Inklusion

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Seit dem Schuljahr 2010/2011 wird die „UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ im Hamburger Schulsystem und damit auch an der Otto-Hahn-Schule umgesetzt.

Der Grundgedanke dieser Konvention lässt sich auf eine einfache Formel reduzieren:

Kein Mensch soll aufgrund seiner Behinderung in der Ausübung seiner Rechte und Grundfreiheiten eingeschränkt werden.

Daraus folgt unter anderem, dass Kinder mit Behinderungen (bzw. deren Eltern) ihre Schule und Schulform frei wählen können und zum Beispiel nicht gezwungen sind, eine Sonderschule oder Förderschule zu besuchen.

Wenn es der Wunsch der Eltern und für das betreffende Kind förderlich ist, kann also jede Schülerin und jeder Schüler die Otto-Hahn-Schule besuchen, ungeachtet ihrer/seiner Behinderung.

An der Otto-Hahn-Schule gibt es derzeit (Stand: Dezember 2011) 10 Klassen, die inklusiv arbeiten, in den Klassenstufen 5, 6, 7 und 8. Die Art der Behinderung reicht vom Autismus über den Förderschwerpunkt Lernen bis zum Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Für die Umsetzung der Inklusion steht eine personelle und materielle Ausstattung zur Verfügung, die über die Möglichkeiten einer Regelklasse hinausgeht…

 

Inklusion an der OHS

Personal

SozialpädagogInnen unterstützen die Schülerinnen und Schüler in vielen Stunden und in Einzelberatung. Das ist wichtig, weil damit alle eine(n) AnsprechpartnerIn haben, der/die jenseits des reinen Lehrbetriebs Beratung und Unterstützung anbietet.

SonderpädagogInnen betreuen Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, beraten deren Eltern, erstellen in Abstimmung mit den RegelschullehrerInnen Förderpläne, die den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler strukturieren und erreichbare Ziele definieren und erteilen auch in einigen Fächern den Unterricht.

Möglichst wenige RegelschullehrerInnen übernehmen den Großteil des Fachunterrichts, um den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Kontinuität zu bieten. Auch sie gestalten den Prozess der Inklusion aktiv mit.

Damit steht allen Schülerinnen und Schülern ein Team aus RegelschullehrerInnen, SonderpädagogInnen und SozialpädagogInnen zur Seite, das den Unterricht und das Klassenleben gemeinsam mit ihnen plant und sie und ihre Eltern beratend unterstützt!

Material

Die Inklusionsklassen werden nach Bedarf und Möglichkeit mit PC bzw. Netbooks ausgestattet, um das individuelle Lernen zu fördern und z.B. Schülerinnen und Schülern mit Schreibproblemen die Teilhabe am Unterricht zu erleichtern.

Spezielle Software zur Förderung lernschwächerer Schülerinnen und Schüler ist installiert (nicht nur für die Schülerinnen und Schüler mit Behinderung).

Es liegt spezielles Differenzierungsmaterial für verschiedene Fächer vor, z.B. Montessori-Materialien für den Mathematikunterricht.

Es wird darauf geachtet, dass die Inklusionsklassen über einen Differenzierungsraum verfügen, der in Verbindung mit den personellen Ressourcen gute Bedingungen für leistungs- und interessendifferenzierten Unterricht schafft.

In einer Arbeitsgruppe wird derzeit ein neues Unterrichtskonzept entwickelt, welches das gemeinsame Lernen mit unterschiedlicher individueller Zielsetzung erleichtern soll.

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, mit allen Menschen (ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, des Geschlechts oder einer Behinderung) zusammen zu arbeiten und zu leben sowie sich gegenseitig zu schätzen und zu achten.

Der Unterricht soll in seiner Struktur so gestaltet werden, dass ein gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen möglich ist, ohne dass Einzelne ausgegrenzt werden.

Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung sollen täglich erfahren, dass sie ebenso Teil der Gemeinschaft sind, wie jedes andere Kind auch und dass jede(r) Stärken und Schwächen hat, die sich in der Gruppe so ergänzen lassen, dass ein gemeinsames Ziel erreicht werden kann.

Dabei sollen individuelle Ziele nicht außer Acht gelassen werden: Kinder mit einer Lernbehinderung haben z.B. die Möglichkeit, unter den entsprechenden Voraussetzungen ihren Ersten Schulabschluss (ESA) an der OHS erreichen.

Fragen

Bleibt eine Klasse, in der Kinder mit Behinderungen lernen, nicht insgesamt hinter dem erforderlichen Lernstoff zurück?
Nein, denn erstens bedeutet eine Behinderung nicht in jedem Fall, dass das betreffende Kind langsamer lernt als die Kinder ohne Behinderung (manchmal ist es genau anders herum) und zweitens ermöglicht die häufige Doppelbesetzung mit Pädagogen im Unterricht auch die spezielle Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler.

Warum sollte ich mein Kind, das keine Behinderung hat, in eine Inklusionsklasse geben?
Weil Ihr Kind dort in besonderem Maße lernt, mit anderen gemeinsam und von anderen zu lernen. Neben den Möglichkeiten der schulischen Förderung und Unterstützung Ihres Kindes durch das Klassenteam werden vor allem seine sozialen Kompetenzen ausgeweitet und es wird lernen, mit vielen verschiedenen Menschen umzugehen, zu arbeiten und diese ernsthaft wertzuschätzen.

Ist es für Kinder mit Behinderung in jedem Fall besser, eine Inklusionsklasse zu besuchen, anstatt auf eine Sonder- oder Förderschule zu gehen?
Das hängt von der Schule und von Ihrem Kind ab. Nicht jedes Kind ist an jeder Schule gut aufgehoben – unabhängig von Behinderungen. Um herauszufinden, ob die Otto-Hahn-Schule der richtige Lernort für Ihr Kind ist, sollten Sie unsere Beratung in Anspruch nehmen.

Falls Sie weitere Fragen zur Inklusion an der OHS haben, wenden Sie sich gern an Frau Schaufelberger: anne.schaufelberger@ohs.hamburg.de

 

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