Erasmus+ in Bulgarien. Ein Reisebericht.

Vom 13. bis zum 19. November 2016 waren wir mit unserem Projekt

„How I met my city – future stories of today´s cities“ in Tutrakan, einer Kleinstadt in Bulgarien. Wie schon in den beiden CityCamps zuvor, haben wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler aus Spanien, Italien, Frankreich, Dänemark und eben Bulgarien am Thema Stadtentwicklung durch Jugendliche gearbeitet. Der Schwerpunkt in diesem CityCamp lag auf dem Thema Vandalismus. Wir haben eine bulgarische Architektin, Vesela Ivanova, kennen gelernt. Außerdem war Jenny Ohlenschläger wieder dabei, die in Hamburg als Stadtplanerin arbeitet.

 

Hier lest ihr, was wir erlebt haben:

 

14.11.2016, Montag.

Draußen ist es sehr kalt. Die Schüler/-innen und Lehrer/-innen begrüßen uns im etwas wärmeren Schulgebäude mit einem Tanz. Sie haben traditionelle Tänze, welche wir in Hamburg irgendwie nicht haben. Nicht alle Gastschüler/-innen trauen sich mitzutanzen. Aber zwei von uns sind mutig genug!

Der Empfang mit bulgarischem Zupfkuchen und dem übrigen Essen bleibt übrigens der einzige Kontakt zum Schulgebäude in dieser Woche. Wir arbeiten von nun an in einem anderen Ort, den wir ganz für uns haben. Er liegt schön in der Nähe des Parks, der entlang der Donau angelegt wurde.

Der erste Abend mit den Gastschüler/-innen ist toll! Aber nicht für alle von uns. Eine sagt später: Ich war mies gelaunt.

Auf dem Stadtspaziergang mit der Architektin lernen wir, dass es ein anderes Problem mit Vandalismus gibt, als wir erwarteten. Hier in Tutrakan geht es um Fragen, die kleine Städte überall zu beantworten haben: Leerstand, Bevölkerungsschwund, Ödnis und wirtschaftlichen sowie kulturellen Verlust. Wir Lehrer/-innen fühlen uns, als würde ein Referat über Thüringen oder Sachsen gehalten werden.

Kurze Zeit später sind wir im historischen Museum der Stadt. Herr Brück denkt: Bulgarien ist sehr bemüht darum, aus den vielen unterschiedlichen Einflüssen und Erzählungen türkischer, russischer, österreichischer und rumänischer Geschichte eine einzige bulgarische Nationalität zu konstruieren. Er findet das schade, denn dadurch geht der Blick für das Bunte und Vielfältige vielleicht verloren.

 

15.11.2016, Dienstag.

Ein Tag, an dem wir viel arbeiten, denn es ist der erste Workshop-Tag! Die Gruppen arbeiten schnell und konzentriert. Unter anderem bauen wir einen Menschen aus Pappe. Die Ergebnisse sind sehr interessant und detailreich. Fast alle haben sofort gute Ideen. Frau Jöhnck ist vor allem von Nemanjas und Jacquelines Beiträgen begeistert, da sie auch für die Projekte der anderen Städte tolle Ideen entwickeln.

Die Schüler/-innen haben am Abend wieder viel Spaß. Manche gehen auf eine Geburtstagsparty, andere erzählen, dass hier interessante Musik gehört wird. Ein bisschen wie Schlager, denn jede und jeder hört sie, aber angeblich mag sie niemand…

 

16.11.2016, Mittwoch.

Heute beginnen wir, unsere Forderungen zur Stadtentwicklung (wir nennen sie hier CLAIMS) in ein Design zu überführen. Die Visualisierung ist schwierig, aber die kreative Arbeit, z.B. das Zeichnen, bringt viel Spaß.

Draußen ist es immer noch sehr kalt, was schade ist, weil wir unsere Claims auf den Pappfiguren in die Stadt tragen sollen. Anstrengend ist außerdem, dass Tutrakan so eine hügelige Stadt ist. Das macht das Gehen manchmal mühsam. Trotzdem finden wir gute Orte, an denen es sich lohnen würde, unsere Claims zu verwirklichen. Wir machen Fotos von diesen Orten und kleben sie auf die Figuren.

Abends machen wir noch zwei Ausflüge in zwei kleine Museen, die sich mit der Geschichte der Fischerei auf der Donau beschäftigen. Die meisten von uns finden das nur wenig interessant. Aber dafür sehen wir einen der berühmten Sonnenuntergänge über der Donau. Simply wonderful!

 

17.11.2016, Donnerstag.

Sonnenschein und Wärme! Yippieh!

Denn wir haben perfektes Wetter für unseren Tagesausflug nach Veliko Tarnovo und Ruse. Vor allem die Burg gefällt uns. Wir stellen fest, dass wir (also unsere kleine german group) alle gerne historische Orte besuchen. Was allerdings für viele der anderen Schüler/-innen nicht gerade gilt.

Die Freizeit in der Stadt verbringen wir mit Souvenir-Einkäufen und leckerem ESSEN. Schön, in einer größeren bulgarischen Stadt zu sein, weil es hier endlich auch ganz viele junge Menschen zu sehen gibt.

Auf dem Rückweg halten wir in Ruse. Das ist die Grenzstadt zu Rumänien. Hier führt eine große, aufklappbare Brücke über die Donau. Wir erinnern uns: Morgen ist unser letzter Tag hier. Oh no!

 

18.11.2016, Freitag.

Der letzte Tag beginnt mit viel, viel Arbeit, denn einige von uns müssen ihre Designs fertigstellen. Die Lehrer/-innen sind auch unruhig, weil sie die Flugtickets ausdrucken müssen, Formulare gestempelt werden sollen und überhaupt. Müssen wir noch etwas für das nächste CityCamp in Metz besprechen?

Nach dem Mittagessen machen wir letzte Fotos von der ganzen Gruppe und dann geht’s zur großen Präsentation unserer Arbeitsergebnisse! Jenny hat die Reihenfolge der Gruppen bestimmt, aber zunächst wird für uns gesungen und getanzt. Es ist wirklich süß, wie viel Mühe sich hier alle geben. Die Präsentationen sind rundum gelungen. Wir halten sie auf Englisch und die bulgarischen Schüler/-innen übersetzen dann.

Im Anschluss an die Präsentationen stürmen wir erst das Buffet und dann die Tanzfläche! Der DJ ist super, genau wie die Stimmung.

Es ist bis zum Ende großartig in Tutrakan: Genau wie ein Schulprojekt sein soll – viel Arbeit, viel Fremdsprache, viel, viel Spaß!

Danke Rumyana Angelova und allen bulgarischen Schüler/-innen und ihren Familien für die tolle Organisation!

 

Jacqueline, Michelle, Tajana, Nemanja, David, Frau Jöhnck, Herr Brück